immer wieder die ( gültige ) frage nach grenzen und entscheidungen:
eine recht gute artikel-abfolge im österreichischen "Standard" macht nachdenklich über den "Schwellwert", ab welchem eine ( militärische ) intervention in einem land möglich, sinnvoll oder gar notwendig erscheint. genügt "unterlassene hilfestellung" (wie zur zeit in Burma), oder müssen tötungen und großflächige verdrängungen unter minderheiten geschehen ( wie in srebrenica ), um das eingreifen anderer staaten zu rechtfertigen ? wie lange kann eine gewaltregierung die "einmischung von außen" blockieren? wie sehr muss ein volk leiden, bis es aktives eingreifen anderer staaten erwarten darf?
der artikel von hans rauscher findet sich auch online ...
da dachte man:
ein Referendum ohne echte Wahl sei niederträchtig
Nothilfe für die Flutopfer zu verzögern sei unerträglich
Hilfsgüter, doch keine Helfer ins Land zu lassen sei unmenschlich
nun erfährt man fassungslos von weitererer Steigerung des Wahnsinns:
"Etikettenschwindel mit Hilfsgüter" (orf.at)
"Eher das Volk opfern als die Kontrolle" (zintzen.org)
Solche Berichte machen einfach nur wütend (Auszüge aus den obigen zwei Artikeln):
"Wir haben schon gesehen, dass regionale Kommandanten ihre Namen auf Hilfslieferungen aus Asien geschrieben haben und behaupten, es sei ein Geschenk von ihnen"
Auf einer Kiste war beispielsweise der Name von Generalleutnant Myint Swe zu lesen. Die dicke Aufschrift überdeckte den kleineren Aufdruck "Hilfe aus dem Königreich ...
Erschreckende Realität:
Als Teil des Netzwerks "Blog4Burma" beobachtet man seit einigen Monaten Medien und Meldungen aus und zu Burma, politisches vor allem, sammelnd, vergleichend, suchend, abwägend. Zunächst das große mediale Interesse nach den brutal niedergeschlagenen Demonstrationen, danach das Abgleiten in die Kleinspalten, bis zur medialen Stille zwischen Januar und April. Keine Treffer bei der Agentursuche, geringe Hoffnung auf ein demokratisches Wunder rund um das Referendum, Stagnation der Aktivitäten von UNO, EU, USA.
Dann das: 100.000 Tote.
Einige Tage Paralyse, was da mit dem Land, welches aus der Entfernung nun doch schon etwas näher ans eigene Bewusstsein gerückt ist, passiert ist, alle Schlagzeilen voll, ...
So war das nicht beabsichtigt: Sonntag Abends hingesetzt, um weitere Details über Kurzwellen-Radiosender zusammenzufassen, da schlägt der Agentur-Client mit einer Eilt-Meldung zu Burma an (Quelle: APA.at) :
Augenzeugen: Zwei Bombenexplosionen in Rangun
Utl.: Keine Angaben über Opfer =
Rangun (APA/AP) - In Rangun (Yangon), der größten Stadt Burmas, sind am Sonntag nach Augenzeugenberichten zwei Bomben explodiert. Berichte über Opfer lagen zunächst nicht vor. Die Bomben seien in einem Abstand von etwa einer Stunden an zwei verschiedenen Orten im Zentrum detoniert, erklärten die Zeugen. Sie wollten ihren Namen aus Furcht vor Repressalien durch das Militärregime, das in ...
<Wellenlängen>
Aus der komfortablen Perspektive der mitteleuropäischen Mediensättigung ist es kaum vorstellbar, wie sich ein neutraler Informationsdienst via Kurz- Mittel- oder Langwelle für ein unterdrücktes Volk in Realitas abbilden könnte. Während Öffentlich-Rechtliche Rundfunkveranstalter allerortens die entsprechenden Ausstrahlungen einstellen, müsste, könnte und sollte "das Radio" eine der wenigen Möglichkeiten bieten, objektive Berichte der "Außensicht" auf Zustände unter die Bettdecke zu liefern (schaudernd denkt man an Berichte, wie unter nationalsozialistischer Herrschaft die freundlichen Nachbarn zum größten Feind werden konnten).
In der aktuellen Berichterstattung findet sich ein Hinweis auf einen verhafteten Ortsvorsteher, der wegen Abhören von "Feindradio" aus dem Ausland von den Militärs inhaftiert wurde, ...