in|ad|ae|qu|at seis gedankt: ein Bann ist gebrochen, eine verhängnisvolle Denk- Schreibblockade zum Projekt “Blog 4 Burma“. Das Sinnieren über Möglichkeiten und Verbindlichkeiten ein Thema auch abseits der Agenturticker zu beobachten, wach zu halten, hinzuweisen: Klar ist nun, dass ohne greifbare Aktualität das Schreiben über ein fernes Land stocken wird. Hinter- Hinter- Hintergrundwissen kann nur aus speziellsten Kanälen herausgepickt werden, darin sind Menschen mit direktem Bezug zum Thema jedoch um vieles näher dran (siehe die wunderbar daueraktiven spanischen Teilnehmer am Netzwerk), unsere Stimme ist ohne Pressespeisung kläglich verstummt.
Stärker in den Vordergrund kann nun aber der zweite Gedanke des ursprünglichen Vorhabens treten: Ein weltpolitisches Krisenthema in Blogs aufzugreifen die normaler Weise um Musik, Literatur, Wissenschaft etc. kreisen. Ein Thema das einbricht, quer steht, greifbar, lesbar und klickbar wird. Hiermit also nur mehr dann, wenn es (im Falle Burma: leider, da durchgehend negativ) Agenturberichte, greifbare Entwicklungen gibt. Der traurige Anlass der vorliegenden Blockadehebung ist damit auch klargestellt, die Verhaftung von Aung San Suu Kyi mit vorgeschobenen Gründen aus dubiosem Anlass wie auf inadaequat ausführlich beschrieben und verlinkt.
Zur aktuellen Entwicklung darf auf die Artikel aus dem Netzwerk hingewiesen werden:
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Breaking News HQ (Deutsch)
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Burma Berichterstattung (Deutsch)
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in|ad|ae|qu|at (Deutsch)
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Bloguer ou ne pas bloguer (Französisch, 14. Mai)
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Bloguer ou ne pas bloguer (Französisch, 16. Mai
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Birmania Libre (Spanisch)
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Blog 4 Burma (Gesamter Feed aller Teilnehmer am Netzwerk)
An dieser Stelle soll nun allerdings nicht die aktuelle Verhaftung weiter ausgebreitet werden, sondern ein seit Wochen im “Archiv des schlechten Gewissens” lagernder anderer Themenkreis aufgegriffen werden: Die wechselweisen Besuche, Verhandlungen und Petitionen von diversen Beauftragen und Gesandten, Sekretären und Ministern die sich in den letzten Monaten zwar für Burma eingesetzt haben, das Ergebnis jedoch nur nach der platten Bauernregel “Viele Köche verderben den Brei” eingeordnet werden kann. Zu den folgenden Personen konnte in den Agenturmeldungen der letzten Monate Verhandlungsvorgänge mit dem Regime in Burma aufgefunden werden:
Stephen Blake, US-Beauftrager, 25. März 2009, AFP:
Ein Gesandter des US-Außenministeriums hat mit Vertretern der burmesischen Militärjunta über eine Verbesserung der beiderseitigen Beziehungen beraten. Der US-Beauftragte für Südostasien, Stephen Blake, sei am Dienstag von Außenminister Nyan Win empfangen worden, berichteten Staatsmedien am Mittwoch.
Siehe dazu auch folgende gute Analyse auf Ocnus.net von Roger Mitton
Piero Fassino, EU-Sondergesandter, 23. März 2009, AFP:
Der EU-Sondergesandte für Burma (Myanmar), Piero Fassino, hält eine Lockerung der gegen die burmesische Militärjunta verhängten Sanktionen unter bestimmten Bedingungen für möglich. Der Europarat könne eine solche Lockerung beschließen, wenn die Drangsalierung von Regierungsgegnern vor den für 2010 vorgesehenen Wahlen in Burma nachlasse und es Schritte in Richtung Demokratisierung gebe, sagte Fassino am Mittwoch auf einer Pressekonferenz in der indonesischen Hauptstadt Jakarta.
Auf der persönlichen Seite von Fassino ist immerhin ein engagierter Burma-Bezug sichtbar: www.pierofassino.it und er bloggt auch zum Thema: “Violate tutte le leggi, anche quelle birmane”
Ojea Quintana, UN-Sonderberichterstatter, 16. März 2009, AP:
In Burma werden nach UN-Angaben mehr als 2.100 politische Gefangene festgehalten, von denen viele in Geheimverhandlungen und ohne Beweise verurteilt wurden. “Viele der Gefangenen wurden in geheimen Verhandlungen im Gefängnis ohne Rechtsbeistand und ohne Beweise verurteilt”, heißt es in einem Bericht, den der UN-Sonderberichterstatter für Burma, Tomas Ojea Quintana, am Montag dem UN-Menschenrechtsrat in Genf vorlegen wollte. Selbst die Anwälte fänden sich zuweilen wegen “Missachtung des Gerichts” im Gefängnis wieder, schrieb Quintana, der die Fortschritte des Landes bei der Umsetzung der Menschenrechte bei einem Besuch im Februar überprüft hatte.
Paulo Sergio Pinheiro, UN-Sonderberichterstatter:
Vorgänger von Ojea Quintana von Dezember 2000 bis April 2008
Ibrahim Gambari, UN-Sondergesandter, nach einem Besuch in Burma:
“I’d wanted very much to spend more time in Yangoon, but the authorities organized all my meetings except the last three or four hours. I think Prof. Paulo Sergio Pinheiro who is the special rapporteur on human rights .. saw a wider variety of people, particularly detainees, and I think we should await his report.”
Die Tücken der Diplomatie werden in Randnotizen wie der folgenden aus Oktober 2007 sichtbar: “But a Russian diplomat, who spoke on condition of anonymity, noted that Mr. Gambari did not travel to Burma on the council’s behalf, and therefore the council may not act even if he issues a dire report. Although the council issued a statement in support of the secretary-general after he decided to dispatch Mr. Gambari to Burma, that may not be enough to force the issue onto the agenda.” (NYSUN vom 2. Oktober 2007)
Bishow Parajuli, UN-Vertreter in Burma, im Dezember 2008:
“The range of factors that needs to be engaged on a daily basis is enormous: from delicate political negotiations, delivering humanitarian support, the issue of protection, lobbying for donor resources, coordinating among the UN system—and also thinking through how we can plan and prepare ourselves in the long term.”
“In the UN we talk a lot. We need to steer towards action, deliverables. How we are improving the lives of the people today from yesterday.”
Ban Ki Moon, UN-Generalsekretär, seit seinem Amtsantritt aktiv:
UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hatte die Militärjunta in Burma mehrfach aufgefordert, alle politischen Häftlinge des Landes freizulassen. Das südostasiatische Land wird seit 1962 von Generälen regiert. Zwar versprach die Regierung für kommendes Jahr Wahlen, zu denen mehrere Parteien zugelassen werden sollen. Kritiker sehen darin jedoch nur einen Versuch der Junta, ihre Macht zu legitimieren und zu festigen.
Als bitterer Abschluss kann nur ein Querpass von in|ad|ae|qu|at aufgedribbelt werden, das Stichwort BURMA war nämlich auch im Rahmen folgender Presseheadline zu finden:
Dienstleistungen/Tourismus/Messen/ITB/Berlin/Deutschland/Vorschau
Tourismusmesse ITB mit weltweit größtem Reisekatalog aus 180 Ländern
Utl.: Wichtigster internationaler Treff der Reisebranche heuer mit
über 11.000 Anbietern – 170.000 Messebesucher erwartet =
Myanmar in Halle 26
