<Wellenlängen>
Aus der komfortablen Perspektive der mitteleuropäischen Mediensättigung ist es kaum vorstellbar, wie sich ein neutraler Informationsdienst via Kurz- Mittel- oder Langwelle für ein unterdrücktes Volk in Realitas abbilden könnte. Während Öffentlich-Rechtliche Rundfunkveranstalter allerortens die entsprechenden Ausstrahlungen einstellen, müsste, könnte und sollte “das Radio” eine der wenigen Möglichkeiten bieten, objektive Berichte der “Außensicht” auf Zustände unter die Bettdecke zu liefern (schaudernd denkt man an Berichte, wie unter nationalsozialistischer Herrschaft die freundlichen Nachbarn zum größten Feind werden konnten).
In der aktuellen Berichterstattung findet sich ein Hinweis auf einen verhafteten Ortsvorsteher, der wegen Abhören von “Feindradio” aus dem Ausland von den Militärs inhaftiert wurde, verzeichnet auf den Blog-Seiten von “Media Networks” in den Niederlanden:
In September 2007, the village tract leader of Kun Mong village tract in Kaeng Tawng sub-township of Murng-Nai township, Burma, was summoned to the base of LIB 569 and detained by the military authorities for regularly tuning to foreign news broadcasts on his shortwave radio …. ….He often listens to the news broadcasts in Burmese from foreign radio stations like BBC and RFA, and spreads the news to make people hate the Burmese military.
Auch in einem Bericht über Aung San Suu Kyi anlässlich der Proteste zu ihrem 61. Geburtstag am 19. Juni 2006 wird ein Kurzwellen-Empfänger als einzige Verbindung zur Außenwelt erwähnt (commondreams.org):
Her most recent house arrest began after her convoy was attacked by a regime-backed mob during a political tour of northern Myanmar on May 30, 2003. The attack left four people dead and Aung San Suu Kyi was briefly jailed. She has had no contact with the outside world since, except for a short-wave radio and a monthly visit from her doctor. She lives with two maids but is not allowed to receive guests, including her two adult sons.
<Tarnen&Täuschen>
Kann Radio Menschen erreichen, Mut machen? Kann Radio glaubwürdige politische Positionen vermitteln, strukturelle Basisbezüge jenseits aktueller chronikaler Episoden? Zu Geschichte und Wirksamkeit von Piraten- und Geheimradios findet sich nicht allzuviel in den Speicherzellen der Webserver, exemplarisch für einige allgemeine Aufsätze hier der Artikel zu “Clandestine Radios” der rührigen Amateurfunker von DXING.com:
* Clandestine broadcasters are deceptive. They often lie about their location, sponsoring government or organization, and their intentions. Programming is essentially propaganda, and may largely be half-truths or outright lies.
* Clandestine broadcasters aim to bring about political changes or actions in a target country. They may want to incite revolution in another country or simply to influence the populace of the target country to be more sympathetic toward the country or organization operating the clandestine.
* Clandestine broadcasters are temporary. Since the purpose of a clandestine is political, clandestine stations usually leave the air quickly when political situations change.
[Bildrechte: Gerry L. Dexter]
Noch martialischer geht es auf den eher spekulativen Webseiten von clandestineradio.com her, fotografisch effektvoll wird mit Skifahrermützen in Mikrofone gesprochen (dadurch wird wohl eher der Stimmenklang leiden als dass die Anonymität verbessert würde). Hier findet sich ein kleiner Hinweis auf “Radio Free Burma“, alle weiteren Suchen fahren aber fest, dieses aus Australien strahlende Angebot scheint nicht mehr aktiv zu sein.
Nicht so leicht wie zunächst angenommen gestaltet sich auch die Suche nach den effektiven Sendungen von “Democratic Voice of Burma”. Auf den englischen Webseiten gibt es keinen Hinweis auf Frequenzen und Sendezeiten, erst im Burmesischen Portal finden sich On-Demand-Audio und technische Angaben (Praktische Navigationshilfe auf diesen Seiten in burmesischer Schrift sind die Bezeichner der Weblinks, die beim “hovern” im Browser unten links angezeigt werden.)
Auf der Suche nach “echtem” Radio wurden die Webstreams zunächst gemieden, die praktische Empfangbarkeit der für Burma gedachten Sendungen war aber in ersten Tests nicht möglich. In einem Gewirr aus Frequenzen, Sendeschemata und Antennenbedeckungen hoffen wir in einer nächsten Ausgabe von B4B mit drahtlos übermittelter Radio-Echtware aufwarten zu können.
Zunächst bilden daher die On-Demand Streams wenigstens Gelegenheit, mit einer der in Burma gesprochenen Sprachen (Arakan, Kachin, Karen, Karenni, Shan…) ein wenig vertraut zu werden. Hier ein Ausschnitt aus einer Nachrichtensendung von “Democratic Voice of Burma” (Norwegen):

Interessant dazu auch eine Meldung auf irrawaddy.org über den Richtungs-Streit hinter den Kulissen von DVB. 1992 von oppositionellen Parteien im Exil gegründet, versucht sich DVB seit 2003 mit “Äquidistanz nach allen Seiten” als unabhängiges Medienportal. Nun streben die Exilparteien wieder nach mehr direktem Einfluss auf die Berichterstattung von DVB, wie von einem Panel in Bangkok berichtet wird :
Maung Maung, the general secretary of the National Council of Union of Burma, in a prepared speech, said Burmese opposition groups need a media outlet that clearly represents their views and visions… ..The DVB is “our radio station [opposition groups],” he said, adding, “It was accepted and acknowledged within Burma as the voice of democracy.”…
Dass “Opposition” zur Junta nicht automatisch wohlmeinendes, demokratisches Tun bedeuten muss, spricht ein Manager von DVB offen aus:
Khin Maung Win, a DVB manager, said that in the past, news and editorial content were heavily censored by the exiled Burmese government and some DVB operations were overly dependent on outside groups. “We had to wait for a signature from a minister before we could buy batteries to operate the broadcasting equipment,” he said.
One foreign observer said he believed the Burmese exiled media has “grown up,” but some exiled politicians continue to live in the Stone Age.
Für nicht-Experten ebenso schwer erfassbar die wirklichen Hintergründe von “Radio Free Asia “, das aus Thailand nach Burma einstrahlt, ein Soundbite dieser Sendungen klingt so:

<Public Broadcasting Value>
Da wenden wir uns gerne vertrauteren radiophonen Gefilden zu: den guten (?) Onkeln und Tanten von BBC und “Voice of America”. Zunächst das Burmese Service des BBC World Service , mit einem Morning, einem Afternoon und einem Evening Program (GMT, of course):
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In Folge die “Voice of America” mit den Sendungen speziell für Burma und einem Hörbeispiel:

<Blog4Burma>
Unsere unmittelbare Agenda ist in der weiteren Aufarbeitung von Frequenzschemata grob abgesteckt, hingewiesen sei auf die aktuellen Einträge der anderen Teilnehmer am “Blog 4 Burma”:
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ADICIE titelt: “L’initiative Blog For Burma continue”
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inadaequat recherchiert bezüglich der aktuellen Webaktion von “Reporter ohne Grenzen”
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zwei Tage vorher ein umfangreicher Aufsatz zu “Konzentrieren und Kontrollieren”
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Breaking-News.de beschreibt die Ernüchterung über die Möglichkeiten des UN-Gesandten
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daburna.de recherchiert weiterhin zu Video-Content rund um die Situation
- birmanieactualite vom 14. März
- birmaberichterstattung über einen Olympia-Boykott
