“incomprehensible speech in an imaginary language, sometimes occurring in a trance state, an episode of religious ecstasy (or schizophrenia). speaking in tongues.”
so der beipacktext zu einer kompilation von audiofiles, die alle mit der software “REAKTOR” kreiert wurden. ausgangsmaterial dafür sollte ausschließlich die eigene stimme des autors sein, mit frei wählbarer textvorlage. ähnliches wird schon seit vielen jahren in der kunstradio-serie “Literatur als Audiokunst” praktiziert, mit vielen interessanten hervorbringungen. Mit “REAKTOR” geht man aber noch einen schritt weiter in die abstraktion, durch die vielen möglichen effekte, samplebearbeitungen, granularmethoden und spektralmanipulationen entfernt sich das ergebnis zusehends vom zugrundeliegenden material.
Daraus ergibt sich sofort die frage: wieviel text muss man noch verstehen können, um den text verstehen zu können? liegt die information in den silben oder im klang derselben? bildet sich die vom künstler intendierte emotion durch die sätze oder durch die effekte? nimmt die künstlerin die kurve vom autor zum sprecher zum effektsuchenden zum monteur zurück zum künstler? formt die technikerin das material zum kunstobjekt?
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