rand>notizen

Trauer um Gerhard Stoll | Obituary

Gerhard_Stoll

Die letzten Tage schon gespickt mit Meldungen von Todesfällen im Kreise von Musikern und Radio-Producern, nun auch noch die Nachricht vom Tod des 59-jährigen Gerhard Stoll. Nur für einen kleinen Kreis an Tontechnikern, Wissenschaftern und Forschern persönlich relevant, ist dieser Verlust für die gesamte Weiterentwicklung des theoretischen Unterbaus für Audioencoding, Videoencoding, Surround Sound und Digitalradio ein überaus schmerzlicher. Gerhard Stoll war in all diesen Fachgebieten über viele Jahre Motor, Organisator, Animateur und Vordenker.

Vor rund 20 Jahren von mir schon aus der Ferne beim Lesen seiner Fachartikel bewundert, war ich unendlich stolz, in den letzten Jahren Seite an Seite mit ihm bei Round-Tables am Podium Platz nehmen zu dürfen, neben seinem Namen als Vortragender bei Symposien aufgelistet sein zu dürfen, ihn im persönlichen Gespräch erlebt haben zu dürfen. Schwierigste Gremienarbeit, brilliante Schlussfolgerungen, zündende Vorträge in höchster Eloquenz und mit perlendem Sprachtempo: Meine eigene Vortragsgeschwindigkeit (die meist recht hoch ist) wurde gerade mal mit “0,7 Stolls” bewertet.

Passend hier, oder vielleicht doch nicht? Ich habe Gerhard Stoll bei der Einführung zu einem seiner Vorträge als den “Michael Jackson der Tontechnik” bezeichnet, heiteres Gelächter rundherum und auch von ihm selbst. Etwas geschmacklos war das vielleicht Rückblickend, auch nun hinsichtlich des Ablebens beider, doch sei es hier als Ausdruck meiner ehrlichen Zuneigung und Demut verzeichnet.

Danke, Gerhard, für Deine Energie, Deine Herzlichkeit, Deinen Geist und Deine Vision.

|||

In den folgenden Abschnitten versuche ich Stimmen und Aussendungen im Andenken an Gerhard Stoll zu sammeln, und abseits der schnelldrehenden News-Seiten dauerhaft zu dokumentieren.

The following paragraphs are a collection of statements and articles from around the world, in order to perpetuate the memory of Gerhard Stoll.

|||

Obituary in English ENGLISH from Broadband TV News, citing the english version of the IRT statement:

IRT’s Gerhard Stoll dies at 59, By Robert Briel.

The IRT (Institut fuer Rundfunktechnik) has announced the unexpected death of Gerhard Stoll, who passed away in the late evening of April 9, 2010 at the age of 59 years. Gerhard Stoll was a sought-after contact person in many gremia, notably the European Broadcasting Union and the Moving Pictures Experts Group (MPEG) as well as the Audio Engineering Society (AES). The Emmy Award that he received for his outstanding contributions to the standardisation of the MPEG-1 Layer 2 Audio-Coding technique only partly reflects the credit which he enjoyed worldwide with respect to audio-coding.

“We mourn about an inspiring personality. Gerhard Stoll received great esteem owing to his extraordinary engagement for the broadcast technology. His motivating character and his open nature enthused colleagues and young scientists alike. During all his professional career he maintained his fascination for new ideas,” wrote Dr. Klaus Illgner Fehns and Carsten Schramm of the IRT Executive Management.

|||

Personal comment by Mary Ann Seidler:e

“Gerhard was a genius – pure and simple. He was a wonderfully kind person, a great friend. In all the years I knew him I don’t think I ever saw him in a bad mood – not once. He was a bright shining star. I just can’t believe he is gone – I kept looking for him at NAB thinking -it has to be a mistake – he can’t be gone. I was truly blessed for the time I spent with him.”

|||

Mary Ann added a cheerful vision which I want to share on the front page:

“I am certain he is in heaven – already hard at work (we will all know the next time we hear thunder and it just sounds a bit better – “ah, Gerhard has been at work already – the audio quality of the thunder is much improved”.

|||

Persönlicher Kommentar von DL2MCD:

“Michael Jackson der Tontechnik”…lach…nein, geschmacklos war das nicht, sondern gut auf den Punkt gebracht…ich fand seinen einzigartigen Vortragsstil absolut faszinierend…da schlief niemand ein…das zeigte einfach Begeisterung und Spaß am Leben! Ich hatte immer vor, eine Videokamera mitzubringen, um das festzuhalten, und ich denke, er würde sich mit uns freuen und sähe es nicht als geschmacklos. Er mochte seine Arbeit, das merkte man, und stand dabei mitten im Leben, was bei Wissenschaftlern ja nicht selbstverständlich ist. Ja, man könnte fast sagen, er hat auf dem Podium getanzt. Umso erschreckender nun dies. Es ist sehr schade, daß wir diese Persönlichkeit verloren haben. Aber es freut mich, daß er nicht nur auf mich so einen bleibenden Eindruck gemacht hat.

|||

Persönlicher Kommentar von Olav Hamann:

“Meine Frau und ich durften Gerhard abseits seines Berufes und seiner beruflichen Erfolge kennenlernen.
Eishockey zu schauen war nach seinem Beruf seine 2. Leidenschaft und so sind wir erstmalig bei der WM 2006 in Amiens (Frankreich) übereinander “gestolpert”. Wir haben Gerhard als warmen, aufrichtigen “Normalo” kennengelernt und können seinen Tod lediglich damit begründen, dass die Besten immer zuerst gehen. Die Welt hat einen sehr wertvollen Menschen verloren.”

|||

Persönlicher Kommentar von Joachim Scheller:

Auch meine Freundin und ich hatten das Vergnügen Gerhard zu kennen und zu erleben. Denn es war immer auch ein Erlebnis mit ihm “On Tour” zu sein. Er war treuer Anhänger des EV Landshut und auch der Deutschen Nationalmannschaft. Kurzum Eishockeyfan mit Leib und Seele. Ich persönlich kenne ihn nun schon eine ganze Weile, und um so mehr fehlt er nun. Das Schickasl wollte es so. Seinen Angehörigen wünsche ich viel Kraft dieses zu ertragen. Die Lücke , die er hinterläßt ist sehr groß. Die Bestürzung darüber ebenfalls. Was bleibt ist die Erinnerung an ihn. Sie ist schön und wärt solange wir leben. Friends for ever, Gabi und Achim

|||

DOKUMENTATION: Aussendung des IRT vom 12. April 2010

mit großer Bestürzung haben wir von dem völlig unerwarteten Tod unseres Mitarbeiters Dipl.-Ing. Gerhard Stoll erfahren, der am 9. April 2010 im Alter von 59 Jahren verstorben ist. Unser Mitgefühl gilt seinen Angehörigen.

Wir müssen uns von einem wunderbaren Menschen verabschieden. Die Welt der Audioenthusiasten verliert einen exzellenten Wissenschaftler mit nationaler und internationaler Anerkennung. Er war ein begehrter Ansprechpartner in vielen Gremien, insbesondere in der Europäischen Rundfunkunion (EBU), bei der Moving Pictures Experts Group (MPEG) und der Audio Engineering Society (AES). Der ihm verliehene Emmy-Award für seine herausragenden Leistungen zur Standardisierung des MPEG-1 Layer 2 Audio-Codierverfahrens spiegelt nur ansatzweise seine weltweit höchst beachteten Verdienste um die Audiocodierung wieder.

Wir trauern um eine inspirierende Persönlichkeit. Gerhard Stoll wurde wegen seines außergewöhnlichen Engagements für die Rundfunktechnik hoch geschätzt. Mit seiner motivierenden Art und seinem offenen Wesen begeisterte er seine Kolleginnen und Kollegen, aber auch den wissenschaftlichen Nachwuchs. Immer war er allem Neuen aufgeschlossen und ließ sich davon faszinieren.

Im Umfeld der Audio- und Videosignalverarbeitung war er ein brillanter Fachreferent und erfolgreicher Projektleiter. Seine Ideen, Gedanken und Vorträge fanden weltweit den Beifall der Fachwelt und bildeten eine verlässliche Säule der Weiterentwicklung des digitalen Rundfunks.

Das Institut für Rundfunktechnik hat ihm viel zu verdanken.
Wir werden seine optimistische und lebensfrohe Wesensart sehr vermissen und ihm ein ehrendes Andenken bewahren.

Gez. Dr. Klaus Illgner-Fehns und Carsten Schramm Geschäftsleitung

 

rand>notizen

Apple iPad Ideology Background

This is a link list for my own re-reading a couple of moths ahead. Those aticles to me include the best assumptions on what the iPad ist meant to be, and what it will do to the general computing and media consumption market:

  • Daring Fireball: “Manual computers, like the Mac and Windows PCs, will slowly shift from the standard to the niche, something of interest only to experts and enthusiasts and developers.”
  • Popsci: “The iPad, then, is a transition to a future when, in Apple’s mind, multitouch is so good that we no longer need anything but a screen.”
  • Daniel Tenner: “In short, most people don’t really need a proper computer at all. And they mostly don’t want one. Many people spend all day working in front of a computer, and they simply don’t like the idea of coming home to yet another computer that looks just like the one they use at work.”
  • Stevenf.com: “The iPad as a particular device is not necessarily the future of computing. But as an ideology, I think it just might be.” Old-world computing equals PCs and Mac with full access and filesystem, New-World Computing is a closed ecosystem with all kinds of abstractions.
  • Alex Payne: “The iPad is an attractive, thoughtfully designed, deeply cynical thing. It is a digital consumption machine.”
  • Peter Kirn:To put it briefly, I think the new, mobile Apple is doing immense harm to the computing legacy the company has forged… It’s a blow to open source alternatives, but also to open development in general: the power of interchangeable hardware and software, on which everything we do with music and visuals on computers is based.”

Again, media consumption will change even faster than we thought. The iPad is not a Wifi-Extension for some Library on some home PC, it IS the library, may it be local or in the cloud. IP broadcasting and on-demand is even more mandatory after this release, and the prospect of the future of general-purpose computing as pointed out in those articles.

rand>notizen

factual open data

test data for factual data repository

rand>notizen

best music podcast

I know there will be at most one reader reading this post directly on this website (you know who you are), but for the sake of google searches after this search term I hope there will be some who benefit from this link:

http://beyondjazz.net/podcasts

A perfect blend of straightforward modern jazz, electronica, experimental pop, funk et al:
always interesting, hits my music nerve center in every aspect, 2 hours of pure music per podcast.

I have no idea how they manage to find such high quality music which is not redundant at the same time, how they handle licensing, but I am surely very thankfull for every new show, and even listen to the backcatalogue over and over again.

logo

Eternally greatfull for this tipp in the “netlabel” paragraph of the following posting at:
in|ad|ae|qu|at

rand>notizen

B4B: Yettaw freigelassen / solch eine Farce!

Als nun doch schon einige zeit mit dem thema Burma vertrauter beobachter hatte man den plot vorhergesehen, dass nun wirklich alles 1:1 wie erwartet abläuft ist jedoch mehr gruselfilm als hollywoodschinken.

Ohne dem Herrn John Yettaw nahe treten zu wollen, muss man ihn anhand aller vorliegenden berichte als verwirrten einzelgänger einstufen, vietnam-veteran mit kriegstrauma, großer familie, wenig geld. hochinteressant die kommentare auf einem religiösen blog aus dem gebiet von Yettaws letztem wohnort:

“This is a man who has had many tragedies in his life. A traumatic childhood, disastrous marriage, a fire several years ago in which the family lost virtually everything, the loss of his 17 yr old son, for whom he is still deeply grieving. He has struggled with many demons. Yet he is known locally as a man who feeds the poor, gives veterans rides wherever they need to go, puts them up for a night in a motel when they are homeless, empties his pockets to any beggar who asks.”

“How do we know that the government is not involved in this anyway? He sounds like a desperate guy that would easily be bought …is it really unlucky and accidental what has just happened? Is it really caused by the ignorance of a selfish act or is this a planned action made to look accidental …nothing would surprise me in fact the latter sounds more like it.”

Bei der verurteilung beider (Yettaw und Aung San Suu Kyi) schon die gespielte bestürzung von Junta-General Than Shwe zum “harten urteil” mit anschließender abmilderung: eine bloße farce, um die unterstützenden länder wie china hart an die grenze des noch zu akzeptierenenden zu bringen. schließlich geht es vorrangig darum, Aung San Suu Kyi von von den kommenden Wahlen abzuhalten, da ist es derzeit egal ob sie ein jahr oder 10 jahre hausarrest bekommt.

dann meine verwunderung, als Yettaw trotz “begnadigung” doch zu 7 jahren lagerarbeit verurteilt wurde: war das etwa doch “ernst”? ach nein, siehe da, schon zwei tage später kommt der gute onkel Webb angeflogen und holt den schlimmen buben ab. er wird “ausgewiesen” heisst es, natürlich seine rettung und ein spaziergang für John Yettaw. Senator Webb auf den spuren Clintons, alles ein bisserl kleiner halt, Burma hat ja (noch) keine Atomwaffen so wie Nordkorea.

Die amerikanische regierung hätte Yettaw dem Justizsystem Burmas überlassen sollen, um konsequent protestieren zu können, oder die freilassung BEIDER personen verknüpfen sollen. mit der jetzigen vorgangsweise ist das schicksal von Aung San Suu Kyi besigelt, nun muss Amerika ruhig sein, ihren “Amerikaner” haben sie ja bekommen.

Hinzuweisen gilt es auf die weiteren mitglieder von “Blog 4 Burma”:

bild>strecke, rand>notizen

Sketch Your Desk Top – Blogaktion

in sich selbst geworfen:

ein blog-kettenbrief in graphischer notation, gestartet von in|adae|qu|at aus der beobachtung von david walker. die aufforderung lautet: zeichnen sie ihren schreibtisch, wahlweise peinlich real oder stilistisch idealisiert.

Hier der adaequate beitrag (klick to enlarge):

mydesk

entlarvend, beschämend, berührend. ersetzt einige therapiestunden.

Related:

rand>notizen

Memories of BBC Radio History

Auf in|ad|ae|qu|at findet sich ein fein illustrierter Artikel zum BBC Broadcasting House:

Radiophonic Adventures: Inside BBC Broadcasting House

Als selbst schon das Gebäude besucht habender eine gute Gelegenheit, ERinnerungen aufzufrischen. Auch London allgemein erkennt man an diesen Signs gut wieder:

Achtung London!

blog4burma

B4B: Gedankensammlung, Akutes, Sondergesandte und Spezialbeauftragte

in|ad|ae|qu|at seis gedankt: ein Bann ist gebrochen, eine verhängnisvolle Denk- Schreibblockade zum Projekt “Blog 4 Burma“. Das Sinnieren über Möglichkeiten und Verbindlichkeiten ein Thema auch abseits der Agenturticker zu beobachten, wach zu halten, hinzuweisen: Klar ist nun, dass ohne greifbare Aktualität das Schreiben über ein fernes Land stocken wird. Hinter- Hinter- Hintergrundwissen kann nur aus speziellsten Kanälen herausgepickt werden, darin sind Menschen mit direktem Bezug zum Thema jedoch um vieles näher dran (siehe die wunderbar daueraktiven spanischen Teilnehmer am Netzwerk), unsere Stimme ist ohne Pressespeisung kläglich verstummt.

Stärker in den Vordergrund kann nun aber der zweite Gedanke des ursprünglichen Vorhabens treten: Ein weltpolitisches Krisenthema in Blogs aufzugreifen die normaler Weise um Musik, Literatur, Wissenschaft etc. kreisen. Ein Thema das einbricht, quer steht, greifbar, lesbar und klickbar wird. Hiermit also nur mehr dann, wenn es (im Falle Burma: leider, da durchgehend negativ) Agenturberichte, greifbare Entwicklungen gibt. Der traurige Anlass der vorliegenden Blockadehebung ist damit auch klargestellt, die Verhaftung von Aung San Suu Kyi mit vorgeschobenen Gründen aus dubiosem Anlass wie auf inadaequat ausführlich beschrieben und verlinkt.

Zur aktuellen Entwicklung darf auf die Artikel aus dem Netzwerk hingewiesen werden:

An dieser Stelle soll nun allerdings nicht die aktuelle Verhaftung weiter ausgebreitet werden, sondern ein seit Wochen im “Archiv des schlechten Gewissens” lagernder anderer Themenkreis aufgegriffen werden: Die wechselweisen Besuche, Verhandlungen und Petitionen von diversen Beauftragen und Gesandten, Sekretären und Ministern die sich in den letzten Monaten zwar für Burma eingesetzt haben, das Ergebnis jedoch nur nach der platten Bauernregel “Viele Köche verderben den Brei” eingeordnet werden kann. Zu den folgenden Personen konnte in den Agenturmeldungen der letzten Monate Verhandlungsvorgänge mit dem Regime in Burma aufgefunden werden:

Stephen Blake, US-Beauftrager, 25. März 2009, AFP:
Ein Gesandter des US-Außenministeriums hat mit Vertretern der burmesischen Militärjunta über eine Verbesserung der beiderseitigen Beziehungen beraten. Der US-Beauftragte für Südostasien, Stephen Blake, sei am Dienstag von Außenminister Nyan Win empfangen worden, berichteten Staatsmedien am Mittwoch.
Siehe dazu auch folgende gute Analyse auf Ocnus.net von Roger Mitton

Piero Fassino, EU-Sondergesandter, 23. März 2009, AFP:
Der EU-Sondergesandte für Burma (Myanmar), Piero Fassino, hält eine Lockerung der gegen die burmesische Militärjunta verhängten Sanktionen unter bestimmten Bedingungen für möglich. Der Europarat könne eine solche Lockerung beschließen, wenn die Drangsalierung von Regierungsgegnern vor den für 2010 vorgesehenen Wahlen in Burma nachlasse und es Schritte in Richtung Demokratisierung gebe, sagte Fassino am Mittwoch auf einer Pressekonferenz in der indonesischen Hauptstadt Jakarta.
Auf der persönlichen Seite von Fassino ist immerhin ein engagierter Burma-Bezug sichtbar: www.pierofassino.it und er bloggt auch zum Thema: “Violate tutte le leggi, anche quelle birmane”

Ojea Quintana, UN-Sonderberichterstatter, 16. März 2009, AP:
In Burma werden nach UN-Angaben mehr als 2.100 politische Gefangene festgehalten, von denen viele in Geheimverhandlungen und ohne Beweise verurteilt wurden. “Viele der Gefangenen wurden in geheimen Verhandlungen im Gefängnis ohne Rechtsbeistand und ohne Beweise verurteilt”, heißt es in einem Bericht, den der UN-Sonderberichterstatter für Burma, Tomas Ojea Quintana, am Montag dem UN-Menschenrechtsrat in Genf vorlegen wollte. Selbst die Anwälte fänden sich zuweilen wegen “Missachtung des Gerichts” im Gefängnis wieder, schrieb Quintana, der die Fortschritte des Landes bei der Umsetzung der Menschenrechte bei einem Besuch im Februar überprüft hatte.

Paulo Sergio Pinheiro, UN-Sonderberichterstatter:
Vorgänger von Ojea Quintana von Dezember 2000 bis April 2008

Ibrahim Gambari, UN-Sondergesandter, nach einem Besuch in Burma:
“I’d wanted very much to spend more time in Yangoon, but the authorities organized all my meetings except the last three or four hours. I think Prof. Paulo Sergio Pinheiro who is the special rapporteur on human rights .. saw a wider variety of people, particularly detainees, and I think we should await his report.”
Die Tücken der Diplomatie werden in Randnotizen wie der folgenden aus Oktober 2007 sichtbar: “But a Russian diplomat, who spoke on condition of anonymity, noted that Mr. Gambari did not travel to Burma on the council’s behalf, and therefore the council may not act even if he issues a dire report. Although the council issued a statement in support of the secretary-general after he decided to dispatch Mr. Gambari to Burma, that may not be enough to force the issue onto the agenda.” (NYSUN vom 2. Oktober 2007)

Bishow Parajuli, UN-Vertreter in Burma, im Dezember 2008:
“The range of factors that needs to be engaged on a daily basis is enormous: from delicate political negotiations, delivering humanitarian support, the issue of protection, lobbying for donor resources, coordinating among the UN system—and also thinking through how we can plan and prepare ourselves in the long term.”
“In the UN we talk a lot. We need to steer towards action, deliverables. How we are improving the lives of the people today from yesterday.”

Ban Ki Moon, UN-Generalsekretär, seit seinem Amtsantritt aktiv:
UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hatte die Militärjunta in Burma mehrfach aufgefordert, alle politischen Häftlinge des Landes freizulassen. Das südostasiatische Land wird seit 1962 von Generälen regiert. Zwar versprach die Regierung für kommendes Jahr Wahlen, zu denen mehrere Parteien zugelassen werden sollen. Kritiker sehen darin jedoch nur einen Versuch der Junta, ihre Macht zu legitimieren und zu festigen.

Als bitterer Abschluss kann nur ein Querpass von in|ad|ae|qu|at aufgedribbelt werden, das Stichwort BURMA war nämlich auch im Rahmen folgender Presseheadline zu finden:

Dienstleistungen/Tourismus/Messen/ITB/Berlin/Deutschland/Vorschau
Tourismusmesse ITB mit weltweit größtem Reisekatalog aus 180 Ländern
Utl.: Wichtigster internationaler Treff der Reisebranche heuer mit
über 11.000 Anbietern – 170.000 Messebesucher erwartet =
Myanmar in Halle 26

rand>notizen

serverseitiges

puha, wieder mal zwei tage+nächte am gerät:

adaequat. org ist nun immerhin erfolgreich auf einen neuen server übersiedelt, vielerlei neues über debian, confixx, php, wordpress, sql etc etc etc gelernt. wieder mal die erkenntnis verfestigt “textfiles rule the world”. welche unglaubliche vielzahl an konfigurations/ini-files auf einem server zusammenspielen müssen, damit diese zeilen hier sichtbar werden… puha.

nach nur wenigen stunden mit der gestaltung eines neuen layouts wird dann wieder so regelmäßig wie bisher gepostet ..–)))))

bild>strecke

Versuch einer Serie

eintragslose tage schließen nahtlos an eintragslose wochen: der blog als zeugnis des eigenen unvermögens zur , ja, disziplin. hilfreich springt hier das kameramodul des mobiltelefons zur seite: immerhin kann man damit eine mini-serie mit klischeebehafteten lichtstimmungen aufbauen, sonnen unter- auf und -übergänge einige meter über dem erdboden, flugfotos als versuch zur anknüpfung an einträgen wie:

blog4burma

Blog 4 Burma: Nachhaltiges Bloggen in einem Themen-Netzwerk

September 2007: In einer Abfolge von friedlichem Ausbruch und brutaler Niederschlagung äußert sich die Verzweiflung vieler Menschen in Burma ob der Unterdrückung durch das Militärregime. Ob man hier nun den 27. September oder einen anderen Tag als “Jahrestag” bezeichnen mag, sei dahingestellt, am 27. jedenfalls wurden Proteste mit gezielten Schüssen beantwortet, zwischen Neun (laut Regierung) und Einhundert (laut unabhängigen Quellen) Menschen fanden den Tod. Auch der japanische Journalist Kenji Nagai war unter den Opfern, ein Foto des sterbenden Journalisten war Gegenstand des Pulitzer-Preises für Pressefotografie 2008 (“war Gegenstand” ist die direkte Übersetzung aus dem englischen Wiki-Artikel, und passt wohl etwas besser in diesem Zusammenhang als “gewann”). Der 27. September 2007 wird auch in einem Hörfunkbeitrag auf Radio Österreich 1 von heute als Anlass für eine Bilanz herangezogen.

Nach anfänglich beträchtlichem Wiederhall im “aktuellen Dienst” war schon die übliche Fieberkurve von abklingendem Interesse mangels “Hard News” aus Burma abzusehen, als der (nicht dezidiert Politik-zentrische) Blog in|ad|ae|qu|at einen Aufruf zur vernetzten Weiterbeobachtung des Themas verfasste:
http://www.zintzen.org/2007/10/31/blog-4-burma-call-4-cooperation/
In den darauffolgenden Tagen fanden sich an der angegeben Mailadresse einige Antworten ein, die meisten der damals Interessierten posten auch heute noch in wechselnden Abständen Beobachtungen und Gedanken zum Thema. Methodisches wurde thematisiert, Diskussionsforen eingerichtet, technische Aggregationen programmiert, ein “Logo” entwickelt, doch wichtig ist letzten Endes doch das Schreiben, das Suchen, das sich-selbst und andere informieren. In diesem Sinne kann ich einige der aktuellen Anmerkungen auf Breaking-News.de durchaus nachvollziehen: Wie formuliert man andauerndes Elend immer wieder neu, politische Nullmeldungen, humanitäre Katastrophen, zynische Regierungsaktionen? Meine persönliche Antwort ist Demut, Geduld, Disziplin (wenn auch nur ansatzweise realisiert), und auch die Kraft aus dem Netzwerk, aus dem Wissen um einige Unermüdliche mit oft flinkeren und/oder geistreicheren Fingern als die meinen, um die Hinwendung zu wenigstens EINEM Thema auf der Landkarte der Unerträglichkeiten, denen man auf dieser Welt begegnet. An dieser Stelle deshalb ein großes DANKE, MERCI, THANK YOU und GRACIAS an Menschen, die im letzten Jahr einen Teil meines Lebens durch ihre Gedanken, Artikel und Bilder begleitet und geformt haben:

b4bnhq2

In aller Bescheidenheit ob der Fülle und Brillianz vieler im gemeinsamen B4B-RSS-FEED nachlesbaren Artikel, darf hier eine Liste der auf adaequat.org selbst publizierten Beobachtungen angereiht werden:

Es liegt an jedem Einzelnen, den Fluss der Gedanken zum Thema in Schwung zu halten, zu recherchieren, zu formulieren und zu reagieren. Dies ist die Zwischenbilanz zu einer Form der Zusammenarbeit, die wohl noch viele Phasen der Intensität durchlaufen wird.

rand>notizen

Zwischentext: Recovery nach Datenbank-Verlust

Der für heute geplante Blog 4 Burma Eintrag verschiebt sich um einige Stunden:

Die WordPress-Tabelle dieses Blogs war nach Server-Umstellungen gelöscht,
die Wiederherstellung ist zwar geglückt,
die Beitragsverfertigung dadurch jedoch in Verzug geraten.

blog4burma

B4B: Medienretrospektive zur unglückseligen Glückszahl 8

Dröhnende Bewegtbilder aus dem Vogelnest, stolze chinesische Staatsfunktionäre als Gastgeber für zahlreiche ausländische Staats- und Regierungschefs von George W. Bush (USA) über Nicolas Sarkozy (Frankreich) bis General Thein Sein (Burma). Juntachef Than Shwe selbst hat von einer Teilnahme abgesehen, Simbawes Präsident Robert Mugabe war schon bis Hongkong gereist, bevor er die Ablehnung seiner Anwesenheit bei den Eröffnungsfeierlichkeiten zur Kenntnis nehmen musste. Recht geschickt blendet die Chinesische Regierung aus Rücksicht auf europäische und amerikanische Proteste Interessen einige Country-Connections ganz oder teilweise aus: tatkräftige Unterstützung im Hintergrund, weiße Weste für die Fernsehkameras. Wenigstens das Fackelträgeramt von Lopez Lomong für die USA ist ein (von Sportlern und Funktionären gesetztes) Zeichen gegen die Machenschaften von Mugabe im Sudan.

b4bnhq2-1

Glückszahl 8: Dank dem Weckruf auf in|ad|ae|qu|at einen Tag vor dem olympischem Datum 08082008 und dem Gedenken an den fatalen 8. August 1988 mit Fakten versorgt, verschwimmen bei der tagesaktuellen Medienrecherche mythische Symbolik, hohe Weltpolitik und menschliches Leid. Zunächst die Quersicht der Radiosender mit burmesichem Bezug:

BBC BURMESE beschreibt die angespannte Lage in Burma, ein großes Militäraufgebot soll jeden Erinnerungsprotest an 1988 schon im Keim ersticken. 48 junge Männer, die bei einem ruhigen Marsch bloß T-Shirts mit der Aufschrift “8-8-88″ trugen, wurden in der Provinzstadt Taunggok verhaftet.

VOA BURMESE berichtet angesichts des Photos ebenfalls von den Sicherheitsvorkehrungen zum Jahrestag der Tragödie (inoffiziell gab es am 8. 8. 1988 rund 3.000 Tote), mangels Schrift- und Sprachkenntnissen kann aber kein weiterer Inhalt dekodiert werden. (Bildrechte: VOA)

security02 210

Radio Free Asia Burmese gibt sich überraschend handzahm, zeigt keinen Eintrag mit Datum 8-8-08 (die Glückszahl mutiert hier zur chinesischen “4″, die so wie die amerikanische “13″ oft bei Nummerierungen ausgelassen wird). Laura Bush lächelt inmitten freundlicher Burma-Flüchtlinge, den Besuch im MAE LA REFUGEE CAMP in Thailand nutzt Sie neben einigen mahnenden Worten an die Junta vor allem für Folklore. (Bildrechte: RFA)

laura bush classroom 305px

Auch Agenturen und Zeitungen verzahnen heute die Metatags <Burma> <Myanmar> und <8-8-88> mit <Peking> <Bush> und <Olympia 2008>, als Nachtrag kommt auch der Name <Tomas Ojea Quintana> vor: der seit Mai tätige neue UNO-Sondergesandte für Menschenrechte hat sich rechtzeitig vor dem 8. August schon wieder aus Burma verabschiedet, und durfte auch nicht mit Aung San Suu Kyi zusammentreffen.

Ein sehr persönlicher Hintergrundbericht über die Abläufe rund um den 8. August 1988 findet sich auf irrawaddy.org: Dominik Faulder hatte sich bis 6. August in Rangun aufgehalten, und beschreibt auch, weshalb das Militärregime die damaligen Proteste als ein aus dem Ausland geschürtes Komplott beschrieben hat: Die erste Meldung über den Protesttermin 8. August kam über BBC Radio.

…it was the BBC that finally communicated one of the most crucial pieces of information: the demonstrations would begin on the morning of August 8, in other words on 8/8/88. The report came from a young correspondent, Christopher Gunness. Though it was a first-rate piece of news reporting precisely reflecting the word on the street, the Burmese authorities have since attempted to misrepresent it as evidence of some kind of international conspiracy.

ASSOCIATED PRESS berichtet heute von den Protesten aus Anlass des Jahrestages, vor allem den Kundgebungen vor Chinesischen Botschaften in Thailand, Bangkok und Manila:

They chanted “Free Burma, Free Aung San Suu
Kyi,” burned a Burmese flag and threw red paper airplanes over the embassy wall with the message “We will never forget. We will never give up. 1988.”

8888

Die AUSTRIA PRESSE AGENTUR reiht sich in den Burma-Bush-Olympia Zyklus ein, und fasst (siehe Wortgleiche mit obigem AP-Artikel) das Gedenken an den 8. August zusammen:

In Rangun wurden vor dem Jahrestag die Sicherheitskräfte verstärkt. Hunderte Bereitschaftspolizisten waren an wichtigen Kreuzungen zu sehen. “Ich habe jede Hoffnung verloren, dass sich etwas durch Massenproteste ändert”, erklärte der Dissident Min Aung, der schon 1988 auf die Straße ging und auch im vergangenen Jahr wieder demonstrierte, als buddhistische Mönche Proteste gegen Preissteigerungen anführten. “Es ist schwierig, Proteste zu organisieren, weil viele Führer inhaftiert sind oder sich verstecken müssen.” …. Etwa 100 Demonstranten versammelten sich vor der Botschaft Burmas in Bangkok und skandierten “Befreit Burma, befreit Aung San Suu Kyi”. Sie warfen rote Flugzeuge mit der Aufschrift “Wir werden nie vergessen. Wir werden nie aufgeben. 1988″ über die Mauern auf das Botschaftsgelände. Auch vor den burmesischen Vertretungen in Manila und Tokio versammelten sich Demonstranten

b4bnhq21

Das Blogger-Netzwerk ‘Blog 4 Burma’ berichtet weiterhin von den Geschehnissen rund um das unterdrückte Volk, an Jahrestagen, Glücksdaten, aber auch ganz normalen Werktagen:

blog4burma

B4B: Naturnahe Idylle vs. Terror-Regime

Wenig Aufmerksamkeit für Burma zur Zeit: Genau hier will das Netzwerk “Blog 4 Burma” einhaken, genau jetzt sind wache Notizen, Berichte und Beobachtungen von Nöten. Einige der Meldungen aus den letzten Wochen laufen allerdings in divergente Richtungen, Nachdenklichkeit des Bloggers ob der zu findenden persönlichen Position hält Einzug, anbei die Trackbacks zu Medienfunden sowie der Versuch einer Einordnung in das individuelle Weltbild.

b4bnhq2

1) Ausführlich dokumentiert auf Birma News United und in|ad|ae|qu|at fabuliert Alice Schwarzer über beschauliche touristische Impressionen ihrer Reisen durch das Land. Freundliche Menschen, berauschende Landschaft und ein autoritäres Regime als “das kleinere Übel für die Bevölkerung ” fügen sich in ihrer Burma-Saga vom 1. Juni in der FAZ zu einem Panoptikum an Verharmlosung, Schönschreib und mitteleuropäischem Neckermann-Blick auf die Situation.
Fazit: bitte unbedingt hinfahren, die Leute dort können jeden Kyat brauchen, und eigentlich ist es eh sehr schön und die Menschen ertragen ihre Armut in Würde (OK, recht pointiert zusammengefasst, doch über den Link kann sich jeder selbst informieren). Trotzdem bleiben auch beim kritischen Leser einige Phrasen hängen, Bilder verschieben sich, selbst war man noch nie dort, wie ist das wirklich?

2) In diese Nachdenklichkeit dringt ein weiterer, aktueller und authentischer Reisebericht: Manfred Rist fährt in der NZZ vom 5. Juli “In der Upperclass von Rangun nach Moulmein” (kein Online-Link möglich), gemeint sind damit komfortable Zugswaggons aus britischer Kolonialherrschafts-Zeit, welche immer noch im Liniendienst im Einsatz stehen. Eine vor allem auch kulinarische Expedition, kann sich doch der Autor kaum der Köstlichkeiten erwehren, die da während der Zugsfahrt an seiner Nase vorbeigetragen werden. Genüsslich wird in den schaukelhemmenden Fauteuils geschlemmt, und auch für das Rundherum ist gesorgt, Zitat: “…Dass nach dem Schmaus kein Wunsch offenbleibt, dafür sorgen die Händler – die meisten noch im Kindesalter -, die in unermüdlicher Arbeit durch ein Abteil nach dem anderen stapfen und von Wasser und Tee über Kaffee bis zur typischen Cheerot-Zigarre und zum Zahnstocher alles anbieten… “.
Und dann, ganz im Tone von Schwarzer, einige schwer verdauliche Zeilen, Zitat: “…Burma ist der ideale Ort, über die Moderne nachzudenken. Als Antithese zur Globalisierung verweigert sich der Staat dem Kommunikationszeitalter und definiert seine Untertanen als selbstgenügsame Landwirte. Leben bedeutet Überleben. Der Tag wird nicht durch Kunstlicht verlängert. Die Rollen in Familie und Gesellschaft sind klar. Gehorsam und Genügsamkeit sind Ausfluss der buddhistischen Lehre. Geben ist wichtiger als Nehmen…”.
Manfred Rist steht nicht an, auch die unmenschlichen politischen und humanitären Tatsachen kurz anzuschneiden, in der Gesamtbalance des Artikels wirkt dieser Absatz aber wie eine journalistische Pflichtübung, ein minderer Makel in dem Land, wo man noch so richtig mit der Natur im Einklang leben kann, und das fehlende Kunstlicht alternde-ex68er endlich wieder zu “antithesischen” Höhenflügen animiert.
Auch hier verrutschen beim Leser eingeprägte Muster: Terror, Morde und Willkür des Regimes treten in den Hintergrund, das Alltagsleben in Burma scheint doch unabhängig von sachlich-politischen Meldungen recht gut zu funktionieren, wie kann man hier als wacher Beobachter eine klare Position im Sinne der Menschlichkeit finden?

3) Als APA-Meldung vom 7. Juli finden sich folgende Zeilen: “Es herrscht Zuversicht und Hoffnung.” So beschreibt der vergangene Woche aus Burma zurückgekehrte Österreichische Rotkreuzhelfer Herbert Thaler die Stimmung im Katastrophengebiet….Herbert Thaler wäre gerne noch länger geblieben: “Burma ist
interessant und die Leute sind sehr freundlich.” Er ist froh, dass sich das Land “zumindest ein bisschen” von der Naturkatastrophe erholt hat.

b4bnhq2

Drei Berichte, drei Momentaufnahmen: Einerseits bringen diese ein Land näher, dessen Alltag so fremd anmutet, vor allem Schwarzer aber schraffiert da mit rosarotem Buntstift gegen die Tatsachen der unmenschlichen Repression der Menschen. Wenige Fakten schon ergeben ein kohärentes Abbild der Allmacht der Junta, der Willkür und des Selbstzwecks. Nicht zufällig steht Burma auch an der Spitze der von Transparency International geführten Liste der korruptesten Länder der Welt.
(Seitenanmerkung: Der auch in Blogkreisen oft zitierte FORBES-Artikel zu diesem Thema steht alleine für sich, ohne stützende Agenturmeldungen, ohne Hinweise auch auf den Webseiten von Transparency International. Dieser mit 27. Juni 2008 datierte Artikel nutzt scheinbar die Daten des Korruptionsberichts 2007, da das Thema des aktuellen Berichts 2008 “Korruption und Wasser” war, und Burma/Myanmar in diesem aktuellen Bericht nicht vorkommt.)

In diesem Sinne sei auf die aktuellsten Beiträge aus dem B4B-Netzwerk verwiesen, nur durch die Vielfalt, den Vergleich und die umfassende Recherche kann sich eine gesicherte persönliche Meinung herausbilden:

rand>notizen

zensur oder optimismus ?

dank fussballgrossereigniss direkt vor der haustüre bleibt es einem nicht erspart, all medienkanäle voll einschlägiger berichterstattung vorzufinden: entzug kaum möglich, daher hier eine medien-gegenüberstellung zum thema “behübschte berichterstattung:
text: ORF-Online um 19h23 veröffentlicht
video: dnevnik.hr um 20h29 veröffentlicht

“…Über 2.000 Fans versammelten sich vor dem Stephansdom, wo sie immer wieder bengalische Feuer entzündeten und Straßenlaternen und Denkmäler mit heimatlichen Fahnen drapierten. Aus Hunderten Kehlen ertönten “Ole! Ole! Ole!”-Rufe und “Schlachtgesänge”. Die Polizei hatte vorerst keinen Grund einzuschreiten. “Es ist vorerst friedlich und ruhig. Wir hoffen, dass es weiter so bleibt”, meinte ein Kommandant an Ort und Stelle….”

video: dnevnik.hr um 20h29 veröffentlicht

(video nicht durchgehend online)

bild>strecke, rand>notizen

em08: fanzone bahnhof

martialische adjustierung , verhaltener zugriff :

fanzone bahnhof

blaulichtfahrt der ex-gendarmerie-nunmehr-polizei durch ein verschlafenes grenzdorf : huch , da sind wohl schon horden fanatischer hooligans aus dem startbahnhof des zuges angekündigt , geheime kommandokanäle flüstern eskalierende codeworte , leib&leben in gefahr , bringt kinder&tiere in sicherheit !

doch : weit gefehlt. lässiges schlendern der bewehrten truppen innerhalb und außerhalb der waggons , ein adrettes trüppchen britischer touristen muss als alibihandlung pässe und gesichter ins licht halten , im dienstlaptop erhofft man sich einen “match” mit der terror-datenbank : nichts.

am zielbahnhof dann weitere obskuritäten :
der örtliche bäcker musste sessel+tische wegsperren , auch porzellan-kaffeetassen sind während em08 tabu , metall-löffel sowieso , plastikbesteck und holzspachteln sollen die unbeteiligte wienerin vor fürchterlichen verletzungen bewahren .

tu , miser austria , timeo . ( stimmt die form ? )

bild>strecke

nachtflug II

ankunft / wien / kunstlichtkulisse

190520082678.jpg

bild>strecke

nachtflug I

abflug / amsterdam / abendrot

1905200826751.jpg

/>

blog4burma, topzone

B4B: Unpolitische Hilfe oder Humanitäre Intervention?

immer wieder die ( gültige ) frage nach grenzen und entscheidungen:
eine recht gute artikel-abfolge im österreichischen “Standard” macht nachdenklich über den “Schwellwert”, ab welchem eine ( militärische ) intervention in einem land möglich, sinnvoll oder gar notwendig erscheint. genügt “unterlassene hilfestellung” (wie zur zeit in Burma), oder müssen tötungen und großflächige verdrängungen unter minderheiten geschehen ( wie in srebrenica ), um das eingreifen anderer staaten zu rechtfertigen ? wie lange kann eine gewaltregierung die “einmischung von außen” blockieren? wie sehr muss ein volk leiden, bis es aktives eingreifen anderer staaten erwarten darf?

der artikel von hans rauscher findet sich auch online verlinkbar, er verweist auf robert d. kaplan welcher ein militärisches eingreifen der USA in Burma befürwortet. Rauscher gibt sich vorsichtiger, wägt ab, kann sich letztlich aber auch nicht zu einer meinung durchringen und formuliert allgemein:

“…Aber im Grundsatz sollte eine militärische Intervention zur Durchsetzung humanitärer Hilfe nicht undenkbar sein.” (Hans Rauscher, DER STANDARD; Printausgabe, 17./18.5.2008)

im beitrag von julia raabe wird der “UN-sonderberater für die schutzverantwortung”, edward c. luck zitiert:

„Wir sehen in Burma nicht eine klare Absicht der Führung, die Bevölkerung zu schikanieren, sondern eine chronisch schlechte Regierungsführung, unter der das Volk leidet“ (DER STANDARD, Printausgabe, 20.5.2008)

“chronisch schlechte regierungsführung” ist dabei wohl die maximal mögliche untertreibung. wenn dies der berater von ban ki-moon so formuliert, wird wohl der besuch des UN-generalsekretärs in Rangon heute mittwoch keinerlei druck auf die junta und keinerlei hilfe für die bevölkerung als ergebnis bringen. eine “geberkonferenz” ist sicher sehr willkommen, wenn das geld dann von den machthabern persönlich in die eigenen taschen verteilt werden kann.

die formulierung “unpolitische hilfe” im titel kommt aus einem bericht von rt in der nzz. im laufe der eben abgeschlossenen ASEA aussenminister-konferenz in singapur soll die militärregierung zu einer öffnung für hilfsgüter bewegt worden sein, allerdings nur wenn diese hilfe nicht direkt von “westmächten” oder der UNO, sondern über den umweg einer ASEAN-schirmherrschaft angeboten wird:

“…Unter der Leitung von Asean-Generalsekretär Surin Pitsuwan und in enger Zusammenarbeit mit den Vereinten Nationen soll Burma mit dem Aufbau eines Koordinationsbüros beginnen. Beobachter verstehen darunter, dass bei den Hilfeleistungen die Uno als treibende Kraft wirkt, zur Gesichtswahrung aber die Asean eine aktivere Rolle spielt…” (nzz, printausgabe, 21. mai)

der französiche aussenminister bernard kouchner dagegen fordert laut in einem artikel in der nzz eine intervention:

“In der Tageszeitung «Le Monde» schrieb der französische Aussenminister Bernard Kouchner, wenn der Sicherheitsrat nicht handle, mache er sich der Feigheit schuldig.” (Roman Elsener in der nzz-printausgabe vom 20.mai)

ein wirklich interessanter artikel zur entwicklung der militärregierung und dem aufgezwungenen namenswechsel von Burma nach Myanmar ist von Gunther Neumann zu finden: mit seinem praktischen wissen aus dem land kann er auch plausibel darlegen, dass diese beiden landesnamen in Burma selbst überraschender weise recht ähnlich klingen, und das “M” nur eher dem “Hochburmesisch” zuzurechnen wäre. überraschend auch die mitteilung, dass George Orwell einige jahre als britischer militäroffizier in Burma stationiert war. Die (auch innerhalb B4B geführten ) Diskussion über Burma, Birma oder Myanmar jedenfalls scheint mit diesen einsichten geklärt:

“…Tatsache ist: Myanmar hat den gleichen Ursprung wie Burma (in deutschen Medien meist Birma), und wird in der Landessprache auch faktisch gleich ausgesprochen…”, “…Auch die internationalen Medien sollten sich nicht länger ein M für ein B vormachen lassen.” (Gunter Neumann, DER STANDARD; Printausgabe, 17./18.5.2008) (Zum Autor Gunther Neumann studierte Geschichte, Kulturanthropologie, Völkerrecht und Sprachen in Wien und Paris. Lange Jahre in Asien, u. a. in Burma als Korrespondent sowie in leitender Position bei internationalen Organisationen für konsensuale Konfliktlösung tätig)

und dieser satz von gunther neumann ( hier ein anderer artikel von ihm ) kann wohl gut für sich stehen:

“Die einzigen Minderheitenrechte im Land bleiben die der herrschenden Militärs.”

weitere aktuelle artikel aus dem Blog4Burma netzwerk:

blog4burma, topzone

B4B: es geht noch perfider

b4bnhq2.jpg

da dachte man:

  • ein Referendum ohne echte Wahl sei niederträchtig
  • Nothilfe für die Flutopfer zu verzögern sei unerträglich
  • Hilfsgüter, doch keine Helfer ins Land zu lassen sei unmenschlich

nun erfährt man fassungslos von weitererer Steigerung des Wahnsinns:

Solche Berichte machen einfach nur wütend (Auszüge aus den obigen zwei Artikeln):

“Wir haben schon gesehen, dass regionale Kommandanten ihre Namen auf Hilfslieferungen aus Asien geschrieben haben und behaupten, es sei ein Geschenk von ihnen”

Auf einer Kiste war beispielsweise der Name von Generalleutnant Myint Swe zu lesen. Die dicke Aufschrift überdeckte den kleineren Aufdruck “Hilfe aus dem Königreich Thailand”.

Internationale Beobachter rapportieren die Spekulation , die Administration würde Hilfsgüter als Gegengabe für ein “YES”- Votum beim Referendum horten .

Unsere weitere Recherche bringt einzelne Augenzeugen-Berichte zutage (Quelle: Radio Free Asia):

“The division commander came on May 7 and dropped the things [aid], saying they were for the victims. They were distributed to the camps and schools where the victims were. The division commander went around and gave the things. On the boxes, it was written ‘General Myint Shwe’—it’s stamped on the boxes. There are snacks and Quaker oatmeal in those boxes. They’ve been stamped ‘General Myint Shwe.’ In those schools they videotaped and took pictures. Soon after the division commander had left, the township chief and the township SPDC [junta] chairman took everything away from the victims. These things never reached the victims.”

“There are no rescuers. They don’t come here. In the city of Pyapon, however, the USDA and all are just idling. Only when the authorities come would they surround them and tried to be in the video. They’re just faking it by being the USDA and firemen. They don’t really provide help.”

Schon nach dem Tsunami von 2004 (lange vor der Zuwendung im Rahmen von “Blog4Burma”) war uns das Vakuum in den Berichten aus Burma aufgefallen, damals noch als exotische Randnotiz im lauten Mediendröhnen. Nun, bei näherer Betrachtung, kann man sich leider vorstellen, welches Leid damals schon im Land vertuscht worden war.